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26.07.10
SPD-Kreistagsfraktion im Gespräch mit Karl Eyerkaufer
Beruwala erholt sich nur langsam
Die SPD-Kreistagsfraktion hat sich von Landrat a. D. Karl Eyerkaufer über die Aufbauhilfe der vom Tsunami an Weihnachten 2004 zerstörten Region um Beruwala informiert. Nach einer kurzen Einführung in die regionale Geschichte von Beruwala auf der Insel Sri Lanka erklärte Karl Eyerkaufer, warum seine Wahl bei der Aufbauhilfe ausgerechnet auf dieses Gebiet gefallen ist. „Seit Mitte der 70er Jahre habe ich Kontakte über den Sport nach Beruwala und war auch mehrmals mit Fußballmannschaften zum sportlichen Austausch dort.“ Aus dieser langjährigen Beziehung ist dann gleich nach einem ersten Besuch im Januar 2005 die „Tsunami Disaster Reflief Response“ entstanden. Mit Hilfe dieser als Nichtregierungsorganisation angemeldeten Institution leistet Karl Eyerkaufer seit nunmehr sechs Jahren Aufbauhilfe vor Ort.

Die Basis dieser Arbeit sind Spenden aus Deutschland, insbesondere aus dem Main-Kinzig-Kreis. „Die Bereitschaft, auch Jahre nach dem Tsunami noch aktive Aufbauhilfe zu leiten zeigt, dass die Menschen die vor Ort geleistete Arbeit zu würdigen wissen“, ist Jutta Straub, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion, erfreut über das soziale Engagement der Bürgerinnen und Bürger. „Vieles hängt dabei aber auch mit der Transparenz der Arbeit und mit den vorzeigbaren Erfolgen zusammen. Die Fotos vom Nidderau-Kindergarten und der Schule im Main-Kinzig-Building, die in den lokalen Zeitungen den Fortschritt der Arbeiten immer wieder dokumentiert haben, bauen Vertrauen auf, dass das Geld wirklich gut angelegt wird“, so Jutta Straub.
Entsprechend berichtet Karl Eyerkaufer, dass seine Organisation mit den gespendeten Geldern vor Ort regionale Waren kauft und dort ansässige Unternehmen beauftragt, um die Infrastruktur wieder aufzubauen. „Das kurbelt dort die Wirtschaft an, schafft Arbeitsplätze und Einkommen für die Familien, damit sie sich wieder selbst helfen können“, so Eyerkaufer. Wichtig sei zudem, die Menschen nicht mit deutschen Standards zu überfrachten. „Es gilt, die Lebensgrundlagen wieder herzustellen, die diese Menschen gewohnt waren. So haben Fischer in dieser Region schon immer in Holzhäusern gewohnt, während andere Steinhäuser hatten.“ Deshalb sei es auch konsequent und richtig, wenn mit Hilfe von Privatpersonen, Vereinen, Organisationen und Unternehmen die Fischersiedlungen mit guten Holzhäusern wieder hergestellt würden.
Diese Kenntnis und Berücksichtigung der lokalen Mentalität, Gepflogenheiten und Traditionen ist es auch, die manche Fehlinvestition vermeiden hilft. „Der Bau von mittlerweile 30 gut funktionierenden Schulen für diese Region zeigt, dass die Gelder gut und sinnvoll angelegt wurden. Aber dass für die Nutzung der Schule eine einheitliche Schulkleidung fast als Voraussetzung angesehen wird, ist für Deutschland eher untypisch. Auch hier hat sich die Rücksichtnahme aber bezahlt gemacht“, reagiert Uta Böckel, schulpolitische Sprecherin der Fraktion, sehr überrascht auf den Bericht, dass für die Menschen vor Ort die Schulkleidung eine so hohe Bedeutung hat. „In Sri Lanka sind die Unterschiede in den finanziellen Möglichkeiten der Menschen deutlich größer als in Deutschland. Deshalb ist es auch wichtiger, dass alle in der Schule das gleiche tragen, ohne wegen häuslicher Armut diskriminiert zu werden“, erläutert Karl Eyerkaufer.
Der Bericht des Landrates a. D. war sehr ausführlich und hat gezeigt, wie umfassend die Arbeit der „Tsunami Disaster Reflief Response“ ist. „Wir wünschen der Organisation noch viele Spendengelder, damit der noch immer schleppende Aufbau weitergehen kann. Noch sind die Hotels der Region nur teilweise wieder aufgebaut, aber die Hoffnung bleibt, dass der Tourismus diese wunderschöne Ecke der Welt wieder erreicht. Das würde den Menschen wieder Arbeit und ein sicheres Einkommen bringen“, so Jutta Straub und Uta Böckel abschließend.


Das beigefügte Foto zeigt:

Von links: Rita Hoffmann, Annemarie Meinhardt, Jeanette Bube, Maria Marbach, Uta Böckel, Sarah Marbach, Bettina Müller, Jutta Straub, Dr. Hans-Jochen Schild und Landrat a. D. Karl Eyerkaufer


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